Als Coach oder Berater selbstständig machen: Unternehmertyp und Geschäftsmodell erstellen

Wer sich als Coach oder Berater selbstständig machen möchte, sollte sich erst mit der Frage nach dem eigenen Unternehmertyp beschäftigen und dann überlegen, wie er sein Geschäftsmodell erstellen möchte. „Selbsterkenntnis ist der erste Weg zu Besserung.“ So sagt es zumindest der Volksmund. Wenn man die Aussage, die hinter dieser Weisheit steckt, ernst nimmt, stößt man schnell auf folgende Erkenntnis: Viele Aufgaben gehen einem deutlich leichter von der Hand gehen, wenn man den eigenen Charakter, die Stärken und Schwächen der eigenen Persönlichkeit möglichst genau kennt.

Ängstlich, vernünftig oder kühn: Zu welcher Gruppe gehören Sie?

Im Idealfall haben Sie sich bereits bevor Sie sich als Coach oder Berater selbstständig machen ausführlich mit der Frage auseinandergesetzt, welcher Unternehmertyp Sie sind. Vielleicht haben Sie dann auch erkannt, wie Sie am besten ein erfolgreiches Geschäftsmodell erstellen (vgl. mein Fazit am Ende dieses Artikels). Aber auch, wenn Sie diesen Schritt in der Phase „Geschäftsmodell erstellen“ übersprungen haben, ist es jetzt keineswegs zu spät dafür, sich mit diesem Thema auseinander zusetzen. Das gilt auch, wenn Sie sich, wie viel meiner Kunden, gar nicht wirklich damit auseinander gesetzt haben, wie Sie ein erfolgreiches Geschäftsmodell erstellen. Aber zunächst zurück zum Unternehmertyp. Hierbei kommt es vor allem darauf an, dass Sie selbstkritisch und ehrlich mit sich und dem angedachten Geschäftsmodell bzw. der geplanten Selbstständigkeit umgehen. Möglicherweise haben Sie sich im Rahmen ihrer Ausbildung als Coach oder Berater schon öfter mit Ihrer Persönlichkeit und den Stärken und Schwächen auseinandergesetzt. Mir geht es aber weniger um ein erstelltes Persönlichkeitsprofil als um die konkret Frage: Welcher Unternehmertyp sind Sie? Oder, um es drastischer zu formulieren. Sind Sie überhaupt ein Unternehmertyp? Einen guten ersten Eindruck über Ihre Persönlichkeitsmerkmale als Unternehmer erhalten Sie, wenn Sie über einige ganz konkrete Fragestellungen nachdenken.

Was müssen Sie aufgeben oder haben Sie aufgegeben, um sich selbständig zu machen? Wenn Sie sich als Coach oder Berater selbstständig machen, ein Geschäftsmodell erstellen und dabei (wie ich) einen gut bezahlten Job aufgeben, ist das etwas anderes, als wenn Sie sich aus der der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen bzw. als Hartz 4 Empfänger gründen. Je mehr Sie aufgeben, desto sorgfältiger sollten Sie Ihr Geschäftsmodell erstellen.

Hat ihre Rolle als selbständiger Coach oder Berater rechtliche Konsequenzen? Dazu zählen nicht nur haftungsrechtliche Fragen, die aus der ausgeübten Tätigkeit heraus entstehen, wenn Sie sich als Coach oder Berater selbstständig machen, sondern auch renten- und sozialversicherungsrechtliche Fragen. Wie schwer wiegt also die Verantwortung, die Sie für sich selber aber auch für ihre Familie übernehmen, wenn Sie sich als Coach oder Berater selbstständig machen und ihr Geschäftsmodell erstellen?

Und nicht zuletzt: Welche finanziellen Konsequenzen würde es für Sie haben, wenn Ihr erstelltes Geschäftsmodell scheitert? Denken Sie an einen Plan B, wenn Sie ihr Geschäftsmodell erstellen, um sich als Coach oder Berater selbstständig machen. Ich persönlich erstelle im Rahmen einer Gründungsberatung immer drei verschiedene Business Plan Szenarien – den „besten Fall“, den „schlimmsten Fall“ und den „am wahrscheinlichsten eintretenden Fall“. Gerade die Kundengewinnung stellt sich oft schwieriger dar als zunächst angenommen. Sehen Sie dazu mein Fazit am Ende des Artikels. Wenn Sie ihr Geschäftsmodell erstellen und nicht von Anfang an mit dem Rücken zur Wand stehen, sollten Liquiditätsreserven für mindestens 6 besser 12 Monaten vorhanden sein, um die Startphase zu überbrücken. Gleiches gilt für Durststrecken, die sich je nach Geschäftsmodell immer mal wieder einstellen können. Um ihre Liquiditätsreserven zu prüfen, ist erforderlich, dass Sie alle betrieblichen und privaten Ausgaben auflisten und diesen Ausgaben die geplanten Einnahmen gegenüberstellen. Denken Sie dabei auch an das Finanzamt, sonst kommt es bei der Einreichung der Einkommensteuer zu einer Überraschung.

Wenn Sie gründlich, ergebnisoffen und vor allem ehrlich über diese Fragen nachdenken, kommen Sie der Antwort auf die Frage, welcher Unternehmertyp Sie sind (und ob Sie professionelle Unterstützung beim Geschäftsmodell erstellen in Anspruch nehmen sollten), bereits sehr nahe. In diesem Artikel unterscheide ich grob zwischen vier Unternehmertypen, die sich vor allem in Bezug darauf unterscheiden, welche Risiken man bereit ist einzugehen, wenn man sich als Coach oder Berater selbstständig macht:

  • Dem vorsichtigen oder ängstlichen Gründer
  • Dem risikobewussten Gründer
  • Dem verantwortungsvollen Gründer
  • Dem draufgängerischen Gründer

Vielleicht spüren Sie schon, zu welchem Typus Sie sich persönlich hingezogen fühlen. Hiervon hängt nicht zuletzt ab, ob und wie Sie ihr Geschäftsmodell erstellen.

Für jeden Unternehmertyp das passende Geschäftsmodell erstellen

Wenn Sie besonders vorsichtig und ängstlich sind, dann sollten Sie sich unter anderem auch die Frage stellen, ob eine berufliche Selbständigkeit als Coach, Berater oder Dienstleister überhaupt das Richtige für Sie ist. Immerhin sind Sie als Unternehmer einer ganzen Reihe von Risiken ausgesetzt, die sich selbst bei bester Planung nicht restlos beseitigen lassen, wenn Sie ihr Geschäftsmodell erstellen. Wenn Sie dennoch nicht auf das Abenteuer Selbstständigkeit verzichten wollen, sind Sie wohl eher ein risikobewuster statt ängstlicher Gründer. Sie sollten ein Geschäftsmodell erstellen, bei dem Sie möglichst wenig Kapital einsetzen müssen und eine Entwicklung in kleinen und gut planbaren Schritten berücksichtigen. Vielleicht ist in diesem Fall auch eine nebenberufliche Gründung eine sinnvolle Alternative.

Als risikobewusster Unternehmertyp sind Sie zwar dazu bereit, das ein oder andere Risiko einzugehen. Allerdings möchten Sie sich des Risikos bewusst sein. Es muss kalkulierbar sein und einen planbaren Rückfluss der Investierten Mittel bieten (ROI, return on investment). Es darf aber unter keinen Umständen dazu führen, dass Sie alles auf eine Karte setzen. Als ein solcher Typ sollten Sie ebenfalls ein Geschäftsmodell erstellen, mit dem ein eher geringer Kapitalbedarf verbunden ist. Wichtig ist für diesen Typ ein hohes Maß an Transparenz. Schließlich wollen und sollen Sie jeden einzelnen Schritt sorgfältig planen und abwägen, da es Ihnen besonders am Herzen liegt, Ihr Unternehmen ohne größere Verluste risikobewusst zu führen.

Wenn Sie zu der Gruppe der verantwortungsvollen Unternehmer gehören, dann liegt Ihnen Ihr eigenes, aber auch das Schicksal Anderer – vor allem das Ihrer Familie – am Herzen. Sie planen sorgfältig und die Entscheidungen sich als Coach oder Berater selbstständig machen fällt Ihnen schwer. Sie spüren die Verantwortung, die auf Ihnen lastet. Lassen Sie sich beim Geschäftsmodell erstellen unterstützen und greifen Sie bei Ihrer Planung auf ein bewährtes System zurück. Man muss das Rad nicht unbedingt neu erfinden. Lassen Sie sich auch in der Phase nach der Gründung unterstützen.

Wenn Sie zum draufgängerischen und abenteuerlustigen Unternehmertyp gehören, dann müssen Sie sich von allen vertretenen Gruppen die wenigsten Sorgen beim Geschäftsmodell erstellen machen. Wenn der mögliche Ertrag stimmt, dann sind Sie gerne dazu bereit, Risiken einzugehen. Selbst wenn Ihnen das ein oder andere Projekt einmal misslingt, so stecken Sie den Kopf nicht in den Sand, sondern beginnen so schnell wie möglich mit der nächsten Aufgabe. Allzu geordnete Strukturen sind Ihnen ebenso ein Graus, wie ein Achtstundentag. Als ein solcher Typ haben Sie das größte Potential, schnell Erfolge zu erzielen. Da Ihnen aber oft der nötige Fokus fehlt, eben leider auch ein großes Risiko manchmal in die falsche Richtung zu marschieren. Wenn Sie sich als Coach oder Berater selbstständig machen und sich beim Geschäftsmodell erstellen professionelle unterstützen lassen, haben Sie sehr gute Erfolgschancen. Falls Sie ohne Unterstützung starten, denken Sie bitte daran, was ich zur Bildung von Liquiditätsreserven gesagt habe.

Fazit:

Egal zu welchem Unternehmertyp sie gehören: Wenn Sie sich erfolgreich als Coach oder Berater selbstständig machen möchten, lassen Sie sich bei ihrer Gründung und besonders während Sie ihr Geschäftsmodell erstellen, von einem erfahrenen Profi mit Branchen Knowhow unterstützen.

Eine erfolgreiche Gründung, egal ob Sie sich als Coach oder Berater selbstständig machen oder als sonstiger Dienstleister setzt immer voraus, dass Sie ein solide geplantes Geschäftsmodell erstellen. Dieses basiert immer auch auf einer klaren und intelligenten Positionierung.

Aus der Erfahrung, die ich täglich mit meinen Mandanten mache, weiß ich, dass gerade das Thema Positionierung oft viel zu kurz kommt bzw. unterschätzt wird, wenn das Geschäftsmodell erstellt wird. Die Wichtigkeit einer guten Positionierung ist oft nicht bekannt oder wird unterschätzt (auch von vielen Beratern).

Daneben wird das Thema Marketing und Kundengewinnung im Businessplan oft nur oberflächlich behandelt. Dies liegt an standardisierten Businessplan Vorlagen, die einen geradezu verleiten, das Thema Positionierung, Marketing und Kundengewinnung zu vernachlässigen. Statt zu überlegen wie man ein solides Geschäftsmodell erstellt werden optimistische Zahlen in Tabellen geschrieben, ohne dabei einen konkreten Plan für die Erreichung der Ziele zu entwickeln. Gerade für Banken und Fördermittelgeber wird man oft geradezu gezwungen, viel Zeit mit Zahlen zu verbringen, statt mit einer Strategie wie man diese erreichen möchte.

Welche Fehler Sie beim Geschäftsmodell erstellen sonst noch vermeiden sollten erfahren Sie in meinem kostenfreien E-Book „erfolgreiche Positionierung“.

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1 Kommentar zu “Als Coach oder Berater selbstständig machen: Unternehmertyp und Geschäftsmodell erstellen”

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