Faul und erfolgreich

16:00, die Sonne scheint. Du blickst aus dem Fenster und denkst dir: bei dem schönen Wetter, da MUSS man einfach früher Schluss machen! Und raus geht’s in den Frühling… oder vielleicht bist du sogar selbstständig und sagst dir in solchen Momenten (zu Recht!): „Ach komm, wofür bin ich mein eigener Chef, wenn ich mir nicht selbst frei geben kann?“ Und auch du genießt die ersten sonnigen Tage draußen mit den Kids.

Aber schon während dem Abendessen dämmert es dir und spätestens am Weg ins Bett kommen sie: die Vorwürfe! Du machst sie dir, weil du „mal nichts getan“ hast. O ja, es stimmt: heute warst du einmal so richtig faul!

Moment – was genau soll daran jetzt schlecht sein? Denn eine gewisse Form von Faulheit kann sich durchaus als ein Erfolgsfaktor erweisen. Mag dies am Anfang etwas ungewöhnlich klingen, so gibt es inzwischen eine Reihe von Fakten, die diesen Tatbestand als förderlich für den Beruf tragen. Dies wird anhand verschiedener Faktoren deutlich.

Die Philosophie von Bill Gates

Selbst Bill Gates hat einmal zum Thema Faulheit Stellung bezogen. Immer wieder würde er die Einstellung einer faulen Person bevorzugen, sofern es um einen schwierigen Job geht. Schließlich fiele es diesen Menschen schon aus Gewohnheit besonders leicht, Lösung für diese Aufgaben zu finden. Es handelt sich dabei zudem stets um die einfachsten und zugleich effizientesten Lösungen. Gelingen kann dieses allerdings nur, wenn es sich um faule Menschen mit einer gewissen Cleverness handelt.

Muss die Aufgabe wirklich erledigt werden?

Überlege dir sehr genau, welche Aufgabe du wirklich erledigen wirst? Dadurch wirst du erst richtig zu einer effektiven Lebensweise geführt. Dies empfiehlt sich besonders dann, wenn es ein übergeordnetes Ziel für deine Arbeit gibt. Trenne dich von den Aufgaben, die vermeidbar sind. Möglich erscheint so, dass du nicht an jeder Besprechung teilnehmen musst. Daher sei ehrlich dir gegenüber und schon hast du sehr viel gewonnen.

Dass Faulheit etwas Gutes hat, wird aus dem bereits geschilderten Inhalt deutlich. Doch die Persönlichkeit entwickelt sich weiter. In Zusammenhang mit der Faulheit können oft weitere Wesenszüge deutlich werden. Einen ganz wichtigen Faktor stellt Gelassenheit dar. Damit lässt sich manches einfacher ertragen. Außerdem tauchen oft eine besondere Sorgfalt und Geduld in Verbindung mit diesen Eigenschaften.

Tipp: Überlege dir also immer, welche Aufgabe für dein übergeordnetes Ziel am wichtigsten ist. Triff eine Entscheidung und setze dies dann konsequent um. Damit du auch wirklich am Ziel dran bleibst empfiehlst sich der Einsatz von NLP Techniken oder von Hypnose zum Selbstmanagement.

Ausgleich schaffen

Es kommt auf eine geschickte Einteilung der Aufgaben an. Gerade Selbstständige wie Trainer, Berater und Coaches neigen dazu, viele Aufgaben selber zu erledigen. Jedoch kann dies dazu führen, dass man nur langsam voran kommt und mit gewissen Dingen überlastet ist. Hier bringt ein geschicktes Delegieren der Aufgaben wesentlich mehr. Menschen, die von Natur aus fauler sind, wissen welche Aufgaben sie erledigen können.

Die Kombination von Erfolg und Faulheit lässt sich relativ leicht erreichen. Geschehen kann dies vor allem mit der Verbindung von Einfallsreichtum und Zeit zum Nachdenken. Hier heißt es für dich, deine Kräfte sehr sorgsam einzusetzen. Lass deine Gedanken nicht kreisen, sondern gib ihnen freien Lauf. Dabei kommt es zuerst noch gar nicht so genau darauf an, dass du dir komplexe Fragen stellst oder Antworten gibst, die automatisch in die richtige Richtung gehen müssen. Auf diese Weise fällt es dir leicht, deine Kräfte zu generieren und kreativ zu sein. Sobald dann ein guter Gedanke kommt kannst du diesen gezielt auf die richtigen Aufgaben lenken.

Tipp: Richte dir kreative Pausen ein. Zum Beispiel ein kleiner Spaziergang bei dem du deinen Gedanken freien Lauf lässt.

Faulheit lässt sich durch Faulheit verhindern

Du kannst Faulheit sogar verhindern, wenn du Faulheit dagegen einsetzt. Dies ist als ein durchaus positiven Aspekt zu sehen. Unlängst hatte die britische Zeit Telegraph dafür ein schönes Beispiel aufgeführt. Es handelt sich dabei um die Geschichte von Karthick Venkatesh: für seinen Account bei Facebook hat er sich ein Passwort mit 29 Zeichen ausgedacht. Er loggt sich nun für die Arbeit aus seinem Facebook aus und arbeitet sein Pensum ab. Später nimmt er natürlich seine Pausen wahr. Wenn er dann das Bedürfnis hat, dass er auf seinen Facebook-Account schauen möchte, ist er schlichtweg zu faul, das lange Passwort einzutippen.

Bestimmt die Faulheit dein Leben und du willst diesen Kreis durchbrechen? Dann musst du in Erfahrung bringt, wie du selber tickst. Dann gelingt es dir, dich ins Handelns zu bringen. Dafür musst du nur deinen Kopf anstrengen. Das bedeutet im Endeffekt, dass faul sein etwas Gutes ist. Allerdings sollte diese Faulheit nie im Kopf einziehen.

Es kommt auf die richtige Mischung an

Manche Menschen führen eine Liste über die Dinge, die zu tun sind. Oft genug werden weitere Dinge hinzugefügt und am Ende ist die Liste länger als die Zeit, die man noch zum Erledigen der 2dos hat. Daher ist es von Bedeutung, dass du deine Aufgaben einer genauen Prüfung und Priorisierung unterziehst.

Entscheidend ist, dass du dich bei deiner Arbeit auf die wichtigen Tasks konzentrierst. Schließlich haben nur etwa 20 Prozent der Dinge Einfluss auf das Geschehen. Dies nennt man auch das Pareto-Prinzip. In diesem Zusammenhang ist auch zu prüfen, ob du eine Aufgabe überhaupt umsetzen musst. Oder ob du sie eigentlich auch weglassen könntest, um in derselben Zeit etwas anders – sinnvolleres! – zu erledigen.

Es fragt sich natürlich, wer nun welche Aufgabe macht. Möglicherweise hast du diese Erfahrung auch schon gemacht. Nicht für jeden ist jede Aufgabe etwas. Wenn du bestimmte Aspekte ganz oder teilweise bejahen kannst, lohnt es sich für dich, die Aufgabe zu übernehmen. Von Bedeutung ist dabei, dass es mit jeder Aufgabe eine gewisse Art von Erkenntnisgewinn gibt.

Tipp: Lerne, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden und Dinge, die auch andere tun können oder die andere besser tun können, zu delegieren.

Trickreich den inneren Schweinehund überwinden

Einige werden ihn nur all zu gut kennen – diesen kleinen inneren Schweinehund. Er erscheint auch dir manchmal, wenn die Aufgaben besonders schwer erscheinen. Dann heißt es erst einmal, den Schreck verarbeiten und mit der Planung der Aufgabeneinteilung beginnen. In diesem Fall ist es nämlich besonders hilfreich, eine große Aufgabe in viele kleine Aufgaben und Etappen-Ziele aufzuteilen.

Entscheidend ist jedoch nur eine Tatsache: mit der Aufgabe überhaupt zu beginnen. Dabei solltest du, ob es noch einfachere Wege gibt, die zum gleichen Ziel führen. Gezeigt hat sich allerdings auch, dass nicht jeder diese einfachen Wege findet. Das ist dann nämlich die hohe Kunst der Effizienz. Und damit auch die Grundlage, wieso man um 16:00 vielleicht schon raus in die Sonne spazieren kann – und zwar ohne schlechtes Gewissen! Denn du hast bereits alle wichtigen Arbeiten erledigt :-)

Fazit:

Am wichtigsten ist, dass dein Kopf nicht faul bleibt. Sofern das Gedächtnis weiter im Training ist, um herauszufinden, was zur Aufgabenvereinfachung führt, ist ein gewisses Maß an Faulheit sogar sinnvoll. Zudem kannst du dich dadurch auch (verdienterweise!) erholen.

Über den Autor:

Benedikt Ahlfeld ist Trainer, Autor und Entscheidungsmacher. Er zeigt, wie man selbstbestimmte Entscheidungen trifft und damit seine volle innere Kraft nutzt. Besuche ihn auf www.BenediktAhlfeld.com und finde heraus, wie du dein Leben nach eigenem Standard gestalten kannst.

2 Kommentare zu “Faul und erfolgreich”

  1. Oh wie war ist das! Wenn ich an meine Zeit als Angestellter und Führungskraft zurückdenke, muss ich ganz ehrlich sagen, dass die wirklich guten Manager auch alle eine gehörige Portion Faulheit in sich hatten.

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