Unfaire Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung bei Selbstständigen

Wussten Sie, dass Selbstständige, die sich freiwillig in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung versichern, bei den Beiträgen klar benachteiligt werden?

 

Selbstständige werden klar benachteiligt

Vielleicht sind Sie ja sogar selbst betroffen. Existenzgründer und Teilzeit-Selbstständige (meist Frauen) trifft dies am „härtesten“. Wegen des Mindestbeitrags zahlen sie mindestens 412,78 Euro pro Monat. Das ist meines Erachtens totaler Blödsinn und schränkt viele in ihrer Freiheit ein. Im Vergleich zu Angestellten zahlen aber auch besserverdienende Selbstständige (bis ca. 5.000 Euro/Monat) höhere Beiträge in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

Auf der Seite vom Verband der Gründer uns Selbstständigen e.V. (https://www.vgsd.de/faire-beitraege/) habe ich unter „mehr Informationen“ bei der Frage „Wie hoch sind die (Mindest-)Beiträge, die Selbstständige zahlen müssen“, eine gute Übersicht gefunden.

Demnach gelten folgende Regelungen:

  • Hauptberuflich Selbstständige (hierunter fallen auch viele, die glauben nur nebenberuflich selbstständig zu sein) zahlen einen Mindestbeitrag von 412,78 Euro/Monat.
  • Nebenberuflich Selbstständige mit einem Einkommen von weniger als 743,75 Euro zahlen auf Antrag nur 183,76 Euro.
  • Familienversicherte, nebenberuflich Selbstständige mit einem Einkommen von weniger als 425 Euro pro Monat und einer Tätigkeit von max. 18 Std. pro Woche zahlen nichts.

 

Frühzeitig Kontakt zur Krankenversicherung aufnehmen

Nichtsdestotrotz rate ich allen Existenzgründern und nebenberuflich Selbstständigen frühzeitig Kontakt zur eigenen Krankenversicherung aufzunehmen, um die Versicherungspflicht für den speziellen Fall abzustimmen. Außerdem sind gegeben falls Nachweise zur Einkommenshöhe und den Arbeitszeiten zu erstellen.

 

Wie kann ich mich gegen hohe Beiträge „wehren“

Wehren in dem Sinn kann man sich leider nicht. Die gesetzlichen Vorgaben sind so wie sie sind. Allerdings können wir als Selbstständig auf die gesetzlichen Vorgaben Einfluss nehmen. Der Verband der Gründer uns Selbstständigen e.V. hat eine online Petition ins Leben gerufen. Dabei geht es konkret um faire Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung für Selbstständige in Deutschland. Hier werden online Mitzeichner gesucht. Die Petition wird dann nach der Bundestagswahl an den künftigen Gesundheitsminister übergeben. Die Teilnahme an der Petition dauert gerade mal zwei Minuten: https://www.vgsd.de/faire-beitraege/

 

 

Interview mit Dr. Andreas Lutz

Hier finden Sie ein Interview mit Dr. Andreas Lutz (1. Vorsitzender, Verband der Gründer uns Selbstständigen e.V.), der die Thematik erläutert. Vielen Dank an dieser Stelle an den VGSD. Schön, dass es endlich Menschen gibt, die sich für unsere Berufsgruppe einsetzten.

 

Weitere Informationen zur gesetzlichen Krankenversicherung für Selbstständige

Vielleicht geht es Ihnen auch wir mir und Sie möchten sich erst noch weiter informieren bevor Sie sich der online Petition anschließen. Auf https://www.vgsd.de/faire-beitraege/ finden Sie weitere Infos wie …

  • Wie hoch sind die (Mindest-)Beiträge, die Selbstständige zahlen müssen?
  • Breitere Bemessungsgrundlage: Warum zahlen Selbstständige auch oberhalb der Mindestgrenzen höhere Beiträge?
  • Wer ist betroffen? Wie viele Personen sind das?
  • Welche Positionen vertreten Parteien, Krankenversicherungen und Verbänden?
  • Wäre die Absenkung der Mindestbeiträge mit Mindereinnahmen für die Krankenversicherungen verbunden?
  • Sind die GKV-Beiträge der Selbstständigen kostendeckend?
  • Was kann ich tun, um die Ungleichbehandlung in der Kranken- und Pflegeversicherung zu beenden?

 

Herzliche Grüße und vielen Dank für Ihre Zeit

Ihr Oliver Kissner

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